Hunger

Fan Fiction und Tribute für Gothic

Entwicklerstudios: Piranha Bytes, Mad Vulture Games, Spellbound Entertainment

Publisher: JoWooD, Deep Silver, CD Projekt, Dreamcatcher, Shoebox

 

Chris von Reidt / Hunger

Als der Mann ohne Namen auf die Insel kam, hatte noch Niemand von ihm gehört. Nur von Xardas hatte man gehört. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man den Namen des abtrünnigen Innos Zauberers der nun Beliar dem Erzdämon huldigte. Irgendwo auf der Insel solle er sich aufhalten, beschützt von seinen Dämonensklaven, sein Dasein fristen und dabei wahrlich finstere Pläne aushecken. Börni, der zwölfjährige Waisenjunge aus dem kleinen Küstenstädtchen kannte aber keinen der Beiden. Als der Mann ohne Namen den Schläfer bezwungen hatte und die Orks über die Länder der Menschen hereinstürmten wie ein Tsunami über eine Küstenregion, alles verschlingend, alles zerreissend, hatte Börni immer noch keine Ahnung, wer beide eigentlich waren. Nur eines wußte der kleine, abgemagerte Junge. Eines Tages würde er gegen die Orks in die Schlacht ziehen, er würde ein Paladin werden und ein großer Krieger und er würde den Tod seiner Eltern rächen, die brutal von den Orks ermordet wurden. Täglich übte er mit Stöcken im Wald, so wie er es bei der Wachmannschaft mit ihren glänzenden Schwertern und strahlenden Rüstungen immer sah. Schlag-Abwehr-Konter. Schlag-Abwehr-Konter. Er übte Stunde für Stunde, zumindest immer dann, wenn er nicht gerade im Wald nach Beeren suchte um seinen gröbsten Hunger zu stillen, auf dem Markt um Essen betteln musste oder von den Marktfrauen und Standbetreibern weggejagt wurde. Früher, als er jünger war, gaben diese ihm immer gerne die Reste. Alles was herunter gefallen war oder was sich nicht mehr verkaufen ließ bekam Börni. So hatte er die frühen Jahre überleben können. Seitdem er älter wurde, wurde er jedoch zusehens als Bedrohung empfunden. Der klaut eh nur, hörte er oft genug und die einstmals so netten Markthändler nahmen ihre Besen oder ihre Nudelhölzer und setzten dem kleinen, immer hungrigen, aber flinken Jungen hinterher. Dabei versuchte Börni doch nur zu überleben, um eines Tages gegen die Orks in die Schlacht zu ziehen, so wie es schon tausende Paladine vor ihm getan hatten. Eines Tages, als er gerade einem Eichhörnchen nachjagte, verirrte Börni sich im nahe gelegenen Wald und fand eine Höhle. Langsam und vorsichtig ging er hinein. Die Höhle war komplett ausgestattet mit allerlei Möbeln. Es gab Tische, Bänke und Betten. Die Schränke waren randvoll mit Büchern und Schriftrollen. Und überall lag Essen herum. Börni konnte seinen Augen kaum trauen. Das war das Paradies, dachte er bei sich. Nachdem er sich satt gegessen und sitt getrunken hatte, legte er sich in eines der weichen Betten und schlief direkt ein. So ein weiches Bett kannte er noch gar nicht. Bisher verbrachte er seine Nächte entweder unter der nahen Hafenbrücke oder in einer Erdkuhle etwas ausserhalb des Küstenstädtchens im Wald. In dem weichen Bett schlief er selig und träumte von großen Abenteuern, doch plötzlich schrack er auf. Aus seinem Traum gerissen hörte Börni Stimmen. Zwei Männer kamen in die Höhle und unterhielten sich lautstark über Bier und Frauen. Börni war zutiefst verängstigt, schwang sich aus dem Bett, zog sich eiligst die Lumpen an, die er anstatt von Schuhen an seinen Füßen trug und versteckte sich hinter einer großen Truhe. Nur ganz knapp konnte er sich verstecken, den die beiden Männer kamen genau in diesem Moment um die Ecke in den Wohnraum. Sie lachten und scherzten und warfen einen handflächen großen Sack auf den Tisch. Der Sack klimperte und musste wohl voller Gold sein, dachte Börni bei sich. Was ihm noch auffiel, waren die langen Schlachtermesser, die blutig von den Gürteln der Beiden hingen. Einer der Männer schaute plötzlich stutzig auf den Tisch. Börni hatte die Schüssel mit der Suppe nicht weggeräumt und so war seine Schandtat nun sichtbar. „Wer hat von meinem Teller gegessen?“, fragte der Mann plötzlich. Eine riesige Narbe zierte sein Gesicht und teilte es dabei in zwei Hälften. Er sah schrecklich und gemein aus. Der zweite Mann lachte und bewegte sich wie ein Wiesel. Seine Nase zuckte, sein Blick fiel aufs Bett. „Du Knut, wer hat in meinem Bettchen geschlafen?“, fragte er. Börni nahm die Beine in die Hand. „Da läuft der Dieb!“, schrien die beiden Männer im Chor und setzten Börni nach. Dieser lief so schnell er konnte und nach kurzer Zeit hatte er, mehr aus Glück, den Weg zum Dorf erreicht. Die Männer aber waren ihm dicht auf den Fersen. „Halt du Lausebengel!“ und „Wir ziehen dir das Fell über die Ohren!“, schrien sie und schwangen ihre gezückten, blutigen Messer. Börni rannte. Seine Lungen brannten und seine Beine schmerzten. Er rannte und rannte und fast hatten die Männer ihn erreicht. Börni mobilisierte noch einmal seine letzten Kräfte und lief noch ein Stück schneller. Er rannte um eine Kurve, setzte alles daran, den Männern zu entkommen und…

lief direkt in eine Patrouille der Stadtwache. Die beiden Männer mit den blutigen Schlachtermessern konnten gerade noch inne halten, sonst wären sie ebenfalls in die von Speeren und Schwertern starrende Patrouille gelaufen. „Was haben wir den hier?“, fragte der Kommandant der Stadtwache. „Ich, ich“, stammelte Börni. „Schau mal an, Knut und Volkmer Braunstadt, die beiden gesuchten Strauchdiebe und Mörder“, sagte der Adjutant des Kommandanten, zog sein Schwert und richtete die Klinge direkt auf die beiden schnaufenden Männer. Die Männer der Stadtwache legte ihre Armbrüste an. Die beiden Strauchdiebe ließen sofort ihre Schlachtermesser fallen und hoben ihre Hände. „Wir ergeben uns!“, stammelten sie im Chor. „Junge“ du hast sie direkt zu uns geführt“, sagte der Kommandant und blickte wohlwollend auf den zerlumpten kleinen Betteljungen, „Erzähl mir in Ruhe was sich zugetragen hat“. Börni, noch immer ganz ausser Atem, erzählte dem Kommandanten alles. Wie seine Eltern von Orks abgeschlachtet wurden und er alles mit ansehen musste, wie er auf der Straße schlafen und um Essen betteln musste, wie er auf die Höhle der beiden Strauchdiebe aufmerksam wurde und das sein größter Traum wäre, doch ein Paladin zu werden. Der Kommandant blickte den Jungen an. Bei der Erwähnung des Wortes Paladin leuchteten die Augen des Jungen in einem strahlenden Glanz, den Ramirez schon lange nicht mehr gesehen hatte. Vielleicht war doch mehr an dem kleinen, zerlumpten Jungen, als es zunächst den Anschein hatte. So nahm der Kommandant der Stadtwache, Ramirez, den kleinen zerlumpten und abgemagerten Jungen Börni unter seine Fittiche, gab ihm ein richtiges Bett in der Mannschaftsunterkunft der Stadtwache, regelmäßig zu essen und bildete ihn zu einem richtigen Soldaten aus. Heute ist Börni ein Paladin im Dienste des Königs und er muss nie wieder Hunger leiden.

 

 

Gothic

Das Spiel Gothic ist ein Fantasy Aktion Rollenspiel. Als Namenloser Held betritt man die Insel Khorinis. Schnell wird man von einem Hexenmeister der Beliar, einem der drei auf der Insel verehrten Götter, frönt aufgenommen. Dieser geleitet den Spieler durch die geniale Welt von Khorinis.

Entwicklerstudios: Piranha Bytes, Mad Vulture Games, Spellbound Entertainment

Piranha Bytes: http://www.pluto13.de/

Publisher: JoWooD, Deep Silver, CD Projekt, Dreamcatcher, Shoebox

THQ Nordic Homepage: https://www.thqnordic.com/de

Deep Silver Homepage: http://www.deepsilver.com/de/

Ich besitze keinerlei Rechte an dem Spiel oder der Entwicklung. Diese Geschichte ist reine Fan Fiction und für den nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt.

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